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Erklärung
des Antifaschistischen Aktionstags in Herne am 25.11.2000
und Einwohnerantrag
Wir unterzeichnenden
Hernerinnen und Herner erklären:
Es ist
für uns unerträglich, dass Menschen in dieser Stadt in Angst
davor leben, zum Opfer von Gewalttaten gemacht zu werden, weil sie anders
aussehen, anders sprechen, sich anders verhalten, anderes glauben als die
Mehrzahl. Wir sind froh, wenn in unserer Stadt noch niemand deshalb verletzt
oder gar getötet wurde. Zum Unerträglichen gehört aber,
dass diese Ängste berechtigt sind.
Wir können
nicht sagen: Nazis raus aus dieser Stadt! - Denn sie sind nicht von außen
hereingekommen, sie sind Teil unserer Gesellschaft. Wir können und
wollen ihnen auch nicht verbieten, die menschenverachtenden Gedanken zu
denken, die sie denken - wir hoffen dass sie noch lernfähig sind.
Aber wir können und werden ihnen die Möglichkeit nehmen, ihre
aus Angst und Hass gespeisten Vorstellungen auszuleben und Menschen in
dieser Stadt aufzuzwingen.
Weil wir
dies für unerträglich halten, bekräftigen wir hiermit: Wir
werden faschistische Gewalt in unserer Stadt nicht dulden, und wir werden
das uns Mögliche tun, dass niemand in unserer Nachbarschaft in Furcht
vor ihr lebt. Wir bekräftigen dies öffentlich und in dieser Form,
weil nur ein offenes Aussprechen jene gesellschaftliche Atmosphäre
zu ändern geeignet ist, in der sich die faschistischen Gewalttäter
als Vollzieher des allgemeinen Wollens fühlen.
Wir wissen,
dass dies nur ein erster Schritt sein kann, aber ein notwendiger, um die
unmittelbare Gefahr für Menschen, die mit uns in dieser Stadt leben,
zu verringern. Dass sich rechte Gewalt etwa gegen Ausländer oder gegen
Obdachlose richtet, hat nichts mit Nationalität und Obdachlosigkeit
zu tun, aber viel mit dem von manchen Eliten propagierten Leitbild der
Ungleichwertigkeit von Menschen und ihrer Konkurrenz. Diese Gewalt wurzelt
in sozialer Desintegration, wirtschaftlicher Unsicherheit, der mannigfachen
Erfahrung von Ohnmacht und Gewalt. Wir appellieren an alle Hernerinnen
und Herner, besonders auch an diejenigen in politischer Verantwortung,
diesen Tendenzen entgegenzuwirken, eine auf Teilhabe und Mitwirkung gerichtete
demokratische politische Kultur zu fördern und Konflikte im Zusammenleben
gewaltfrei und mit gegenseitigem Respekt zu lösen.
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