Im Frühjahr 1993 wurde das Stahlwerk Duisburg
- Rheinhausen endgültig geschlossen. Darüber wurde in den Medien
- wie schon 1987 und 1988 - ausführlich und überregional berichtet.
Der Grund: die hohe Zahl von Entlassungung an einem Produktionsstandort
zum gleichen Zeitpunkt.
Im gleichen Jahr (1993) wurden in Herne fast doppelt soviele
Arbeitsplätze vernichtet wie in Rheinhausen. Doch der Herner Arbeitsplatzabbau
betraf mehrere kleinere und mittlere Betriebe und war über das ganze
Jahr verteilt. Aufgrund dieser zeitlichen Streckung und räumlichen
Splittung des damaligen Arbeitsplatzabbaus in Herne kam es nicht zu so
spektakulären Aktionen und Berichterstattungen wie über Rheinhausen
seit 1987.
Aus diesem Anlass haben sich Verbände, Parteien,
Gewerkschaften, Kirchen, Beschäftigungsinitiativen, usw. im Frühjahr
1993 zusammengetan und im März eine Demonstration organisiert. Den
aktuellen Anlass gab die Schließung des Standortes Herne der Firma
Dorn. Gleichzeitig sollte mit dieser Demonstration auf den Gesamtumfang
des in 1993 geplanten Arbeitsplatzabbaus in Herne aufmerksam gemacht werden.
Über diesen Startanlass hinaus ist dieses Bündnis
mit seinen recht unterschiedlichen Mitgliedern als sozialpolitisches lokales
Netzwerk bestehen geblieben.
Zeitweilig sind die Aktivitäten auf ein Minimum zurückgegangen.
Im Wahljahr 1998 hat es eine Vielzahl von Aktivitäten
gegeben, die sich mit den aufgebauten sozialen Verwerfungen intensiv auseinandergesetzt
haben. U.a. hat das Herner Bündnis die monatlichen Aktionen der Herner
Arbeitlosenzentren unterstützt.
Im Spätsommer 1998 kam es zu einer ersten intensiven
Auseinandersetzung mit rechtsradikaler Politik, als die Republikaner einen
Aufmarsch in Herne - zeitgleich mit dem Abschluss der Cranger Kirmes -
planten. Dieser Aufmarsch wurde durch die intensive öffentliche Diskussion,
die durch das Herner Bündnis angestoßen wurde, und durch die
Ankündigung und Vorbereitung einer Gegendemonstration verhindert.
Seit dem Sommer 2000 setzt sich das Herner Bündnis
- in Kooperation mit dem von Oberbürgermeister Wolfgang Becker ins
Leben gerufenen Initiativkreis Herne gegen rechte Gewalt - mit der zunehmenden
Geealt von Rechts auseinander. Am 25. November 2000 wurde in diesem Kontext
auf dem Berliner Platz in Herne ein Antifaschistischer Aktionstag durchgeführt.
Dieses Thema hat auch die Aktivitäten des Herner
Bündnisses für das Jahr 2001 bestimmt.
Im Jahr 2002 steht die Sozialkonferenz Herne 2002 (15.
und 16. März) im Mittelpunt der Arbeit des Herner Bündnis.